Silber crasht erneut über Nacht – Gold scheitert an Abwärtstrend

05.02.2026 18:05

Der beste Monat für Gold seit 1999 endete mit einem Verlust von 5 Billionen US-Dollar an Marktkapitalisierung, allein in den letzten beiden Handelstagen des Monats, mit einem Preiseinbruch um 700 $ auf rund 4.900 $ zum Monatsende. Zwischenzeitlich testete der Goldpreis gar seinen Aufwärtstrend bei 4.403 $, wobei eine folgende Erholung eine erneute Chance für einen Short-Einstieg bei 5.090$ brachte.

Der Goldpreis brach nicht mit dem Silberpreis ein in der letzten Nacht. Würde der Abwärtstrend überwunden, wäre das bullisch für Gold

Silber stürzte vom neuen Allzeithoch bei 121,64 $ (Donnerstag) um 39 % auf 73,86 $ im Tief (Freitag) in einem monumentalen Crash ab, wodurch die Gewinne seit Jahresbeginn vollständig zunichte gemacht wurden. Die Berichte über die Nominierung des als hawkish geltenden Kevin Warsh als neuen Fed-Chef waren bestenfalls ein Auslöser, jedoch nicht die Ursache. Eine Korrektur des zuletzt exponentiellen Anstiegs war längst überfällig. Warsh ist eine überraschende Wahl, da Trump eigentlich den für seinen Geschmack zu hawkishen Powell durch eine Taube ersetzen wollte. Zwischenzeitlich hatte sich der Silberpreis wieder auf 92 $ erholt, da das Sentiment nach wie vor sehr bullisch ist und die meisten Investoren darin eine Korrektur und eine Einstiegschance in eine intakte Rallye sehen. Mittwochnacht wurden diese Bullen jedoch mit einem erneuten Preiseinbruch binnen zwei Stunden um 2 Uhr morgens im asiatischen Handel um 16,50$ (-18%) auf 73,50$ gegrillt. Short-Trader im Westen schliefen und konnten wenig davon profitieren, während Bullen, die keine Stopps gesetzt hatten, heute einen schlechten Start in den Tag hatten.

Der Silberpreis fiel letzte Nacht erneut um 18 Prozent binnen zwei Stunden. Um die Marke von 72$ scheint es kurzfristig Kaufinteresse zu geben

Bis Anfang Juni 2025 war der Silberpreis über ein Jahr hinweg in einer engen Handelsspanne von nur fünf US-Dollar gefangen, während wir nun eine nahezu beispiellose Volatilität auf Stunden- und Tagesbasis erleben. Die FOMO (Fear of Missing Out) und das spekulative Interesse am Silbermarkt hatten zuletzt Ausmaße erreicht, die wir seit Ende der siebziger Jahre nicht mehr gesehen haben. In der Stagflation der siebziger Jahre lag die US-Inflationsrate jedoch im zweistelligen Bereich, weshalb Gold und Silber bei Zinsen um die 20 % der letzte sichere Hafen waren. Diesmal sind die offiziellen Inflationsraten niedrig und die Aktienmärkte handeln auf Allzeithochs, zwei grundverschiedene Umfelder.

Ende der siebziger Jahre trieben unter anderem die Gebrüder Hunt den Silberpreis zusätzlich nach oben, während sich die Masse der Investoren vor der grassierenden Inflation schützen wollte. Bei der aktuellen Rallye sehen wir erstmals weltweit über das Internet gleichgeschaltete Investoren, die in den relativ kleinen Silbermarkt strömen und den Preis in einer Manie auf ungeahnte Höhen treiben. In der letzten Handelswoche lag möglicherweise ein klassisches Blow-Off-Top vor, nach einer Volumenexplosion bei exponentiellem Preisanstieg.

Nur wenige Investoren waren demütig angesichts eines Preisanstiegs von über 150 % binnen drei Monaten und rund 440 % binnen zwei Jahren und nahmen Gewinne mit. Ich hatte bereits im letzten Marktkommentar vor einer Woche das Ende des Anstiegs bei Silber in Aussicht gestellt und angesichts eines Gold-Silber-Ratios von 44 zu Umschichtungen in Gold geraten.

Betrachtet man die Zu- und Abflüsse in Silber-ETF-Produkte, zeigt sich, dass Investoren im Januar Gewinne mitnahmen. Nach massiven Zuflüssen im Jahr 2025 (rund 204 Mio. Unzen netto) flossen im Januar etwa 30 Mio. Unzen netto ab. Die Divergenz zwischen dem starken Preisanstieg von ca. 71 $ auf 121,78 $ im Januar und den gleichzeitig hohen Abflüssen aus ETF-Produkten wies frühzeitig auf eine Korrektur hin. Damit war der Tisch für einen starken Preiseinbruch bereitet, der am letzten Freitag zu einer kaskadenartigen Liquidation von Long-Positionen führte, mit einem Crashtief bei 73,86 $.

Nach der zuletzt exponentiellen Fahnenstange lag ich bereits die ganze Woche auf der Lauer, um den Crash optimal nutzen zu können. Deshalb erhielten meine Premium-Abonnenten am Vorabend des Einbruchs ein Video mit einem konkreten Verkaufssignal und exakten Korrekturzielen, wobei diese für Gold, Platin und Palladium perfekt erreicht und das für Silber sogar noch übertroffen wurde.

Auf exponentielle Preisanstiege und Euphorie an den Märkten folgt meistens eine starke Korrektur und ein Realitätscheck.

Gold-Silber-Ratio bot Chance des Jahrzehnts

Das Gold-Silber-Ratio war zuletzt unter die Marke von 50 gefallen und signalisierte damit, dass die Rallye überhitzt und der Silberpreis relativ zu Gold zu teuer war. Im Tief erreichte das Ratio 44, was seit 1984 nur zweimal zu beobachten war, in 1998 und 2011. Das war ein klares Indiz dafür, dass die Silber-Rallye zu schnell, zu weit gelaufen war und dass es an der Zeit war, Gewinne zu realisieren. In diesem Umfeld habe ich geraten, Silber im Bereich zwischen 110 $ und 120 $ je Feinunze zu verkaufen und/oder in Gold zu tauschen, um diesen seltenen strategischen Trade konsequent nutzen zu können.

Aus Markterfahrung ist ein so tiefes Ratio eine echte Ausnahmesituation und eine seltene Chance eine Investition in Edelmetalle im Wert zu verdoppeln. Ich handle seit 25 Jahren am Gold- und Silbermarkt und es ist erst das zweite Mal, dass ich ein derart extremes Verhältnis miterlebe. Genau deshalb war das eine Gelegenheit des Jahrzehnts, physisches Silber in Stärke zu verkaufen und in Gold zu rotieren. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass das Gold-Silber-Ratio in den kommenden Jahren wieder in Richtung 100 oder darüber ansteigen wird. Historisch geschah eine solche Rückkehr im Durchschnitt binnen 2 bis 3 Jahren. Sollte sich dieses Muster wiederholen, könnte eine frühzeitige Umschichtung den relativen Wert der Edelmetallbestände deutlich steigern, wobei sogar Verdopplung möglich ist.

Nach dem jüngsten Rücksetzer im Silberpreis ist das Ratio inzwischen wieder auf 63 gestiegen. Damit bleibt Silber relativ betrachtet immer noch teuer im Vergleich zu den letzten 10 Jahren.

Das Gold-Silber-Ratio war kürzlich auf 44 im Tief gefallen, was eine Trading-Chance bot, die es nur alle 1-2 Jahrzehnte gibt

Preisunterschiede Shanghai/Mumbai vs. London/NY

Am Freitag und über das Wochenende lagen die Silberpreise in Shanghai bei etwa 120 $, während COMEX‑Silber in New York bei 85$ die Handelswoche schloss. Während die Comex den Markt ohne Handelsunterbrechung einbrechen liess, griffen in Shanghai (SHFE) und Mumbai (MCX) Regeln ein, die den Handel stoppen oder stark einschränken (tägliche Preislimits), wenn Preise zu stark schwanken. Die COMEX hat hingegen dynamische Circuit Breaker (10 % in 1 Stunde rolling), die aber am 30. Januar, trotz eines Intraday-Drops von bis zu 37 %, nicht getriggert wurden. Daher konnten erst in der neuen Woche die Preise and der MCX und SHFE zeitverzögert zum Weltpreis der COMEX aufschließen.

Die COMEX greift nicht in Preise ein, um diese zu steuern, sondern nur, um die Funktionsfähigkeit des Kontrakts sicherzustellen (Margenanpassungen, Maßnahmen wie 1980 bei Manipulation). Die Preisunterschiede zwischen der SHFE in Shanghai und der COMEX erklären sich einfach aufgrund von Marktbarrieren, die die chinesische Regierung aufgebaut und somit den eigenen Markt vom Rest der Welt isoliert hat.

An der COMEX ist eine Reinheit von 99.9% Feinheit der Silberbarren Standard, wogegen an der SHFE/SGE 99.99% erforderlich sind. Dies verhindert schnelle Arbitrage-Geschäfte nach China, da West-Silber erst raffiniert und umgeschmolzen werden muss. Das erzeugt einen Aufschlag von typischerweise 3% - 7% und da die Raffinerie-Kapazität begrenzt ist, kann dieser Import-Upgrade viele Woche dauern, in der das Kapital gebunden bleibt. Dazu kommen Kosten für den Transport, Versicherung, Zollabfertigung, Währungs- und Kapitalkontrollen, Umsatzsteuer sowie bürokratische Hürden, wodurch ein Transfer risikoreich und zeitaufwendig wird (Wochen bis Monate).

Da der direkte Zugang zur SHFE nur für in China registrierte Firmen, Produzenten und Broker möglich ist, können westliche Spekulanten die Preisdifferenz nicht direkt ausnutzen. Selbst lokale Spekulanten unterliegen strengen Positionslimits und höheren Marginanforderungen (aktuell 18–19 % für spekulative Positionen), was die Volatilität dämpft. Schnelle und billige Arbitragegeschäfte sind somit nicht möglich.

Wann immer es persistente Preisdifferenzen an den Weltbörsen gibt, sind immer staatliche Marktbarrieren die Ursache dafür. Ohne solche Barrieren würden Arbitrageure die Differenzen gewinnbringend ausnutzen und die Preise schnell angleichen.

Ausblick:

Aktuell stellt sich am Edelmetallmarkt die zentrale Frage, ob die jüngsten Preisrückgänge bei Gold und Silber lediglich eine gesunde Korrektur innerhalb eines Bullenmarktes sind oder ob wir bereits ein relevantes Hoch gesehen haben. Angesichts des Sentiments und der Gesamtmarktlage halte ich es für wahrscheinlicher, dass wir nach dem parabolischen Anstieg ein Blow-Off-Top erlebt haben, ein Muster, das für die Endphase starker Trends typisch ist. Silber legte binnen zwei Jahren rund 440 % zu und Gold seit den 2024-Tiefs 180 %, während der Terminmarkt zumindest am Goldmarkt stark überkauft war. Die Rallye war die stärkste seit 1979/1980, was klar für Konsolidierungsbedarf spricht. Dass auch Platin und Palladium stark anzogen, obwohl diese Märkte fundamental eher im Gleichgewicht sind und im Palladium-Markt auf Sicht der nächsten Jahre sogar ein Überangebot zu erwarten ist, unterstreicht den spekulativen Charakter dieser Rallye in den letzten Monaten.

Parallel dazu erholt sich der US-Dollar-Index wieder. Der DXY, dessen Ende womöglich zu früh an die Wand gemalt wurde, ist am Terminmarkt historisch überverkauft und konnte sich stabilisieren, wobei der Euro zurück auf 1,18 $ fiel. Sollte der DXY über 100 Punkte klettern, hätte man den großen Abverkauf rund um Trump im Rückspiegel und es stünde ein gewaltiger Short-Squeeze ins Haus, der das Narrativ des Debasement-Trades mittelfristig infrage stellen würde. Das würde die Edelmetalle mittelfristig in diesem Jahr zunächst weiter belasten, insbesondere wenn die Nominierung von Kevin Warsh als hawkisher Fed-Chef zu einer strafferen Zinspolitik führt.

Hinzu kommen klare Risiken, gerade am Silbermarkt. Viele im Internet kursierende Narrative halten einer genauen Prüfung nicht stand, weshalb belastbares Research vor mittelfristigen Investitionen entscheidend ist. Aktuell werden die Scheideanstalten mit physischer Ware überschüttet, sodass Scheideanstalten nur deutlich unter Spot ankaufen. Dieses Angebot dürfte sukzessive im ersten und zweiten Quartal in den Markt kommen. Gleichzeitig ebbt die Investmentnachfrage ab, wenn keine neuen Hochs im Markt ausgebildet werden können, worauf die im letzten Jahr starken Zuflüsse in ETF-Produkte ins Negative drehen könnten. Dann stehen die Spekulanten am Terminmarkt zunehmend allein da, um die Preise auf diesen Niveaus zu halten.

Die hohe Volatilität eröffnet jedoch auch Chancen. Bei Blaschzok Research sind wir auch im kurzfristigen Trading aktiv und geben Signale wie das Verkaufssignal unmittelbar vor dem Crash. Als Beleg für die exakte Analyse und Prognose, die voll eintrafen, sowohl für Gold, Silber und insbesondere Platin und Palladium, habe ich das Video aus dem Premium-Research nachträglich als Beleg auf YouTube hochgeladen.

Bewegungen von 10–15 $ bei Silber, gefolgt von ähnlich starken Rücksetzern, lassen sich sehr gut traden, wenn man kurzfristig am Markt aktiv ist. Für das Trading ist Volatilität grundsätzlich positiv, solange die Crashs nicht zu schnell und unkontrolliert ablaufen. Investoren sollten in diesem Umfeld besonders darauf achten, erzielte Gewinne nicht wieder abzugeben und nach Anstiegen zu hedgen.

Langfristig bleiben wir für Edelmetalle auf Sicht der nächsten Jahre bullisch, weil das Umfeld aus weltweit lockerer Fiskalpolitik und anhaltender Schulden- und Geldmengenausweitung sich voraussichtlich fortsetzen wird. Kurz- bis mittelfristig dürfte sich die parabolische Aufwärtsbewegung jedoch kaum in dieser Form fortsetzen. Trotz der teilweise starken Preiskorrektur bei den Edelmetallen, sind die mittel- bis langfristigen Aufwärtstrends noch intakt und das Sentiment noch immer sehr bullisch. Ein erneuter Run auf das Allzeithoch bei Silber wäre daher denkbar, wenn sich der Goldpreis weiter so stark hält und seinen neu gebildeten Abwärtstrend überwinden kann. Wir versuchen den Markt kurzfristig charttechnisch Long und Short zu handeln und die hohe Volatilität bestmöglich auszunutzen. Noch ist die Hausse voll intakt, doch gibt es bei erneuten Preisanstiegen Risiken und man sollte dann auch mal Gewinne mitnehmen, von denen bekanntlich noch niemand arm geworden ist.

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