Technische Analyse: Gold - Pull Back an Aufwärtstrend nach Iran Deal

17.06.2026 18:41

Technische Analyse: Gold - Pull Back an Aufwärtstrend nach Iran Deal

Terminmarkt: COT-Report

Der COT-Report wird immer freitags seitens der US-Terminmarktaufsicht (CFTC) veröffentlicht, wobei der Stichtag der Datenerhebung der Schlusskurs vom Dienstag ist. Die COT-Daten werden also immer mit einer Verzögerung von drei Tagen veröffentlicht. Premium Abonnenten von Blaschzok Research erhalten vor Handelsschluss am Freitag ein Blitzupdate mit Analysen zu Gold, Silber und Platin. Die COT-Daten ermöglichen einen Blick in die Zukunft, da sie einerseits ein Sentiment-Indikator sind und andererseits eine gute Einschätzung des Angebots und der Nachfrage am physischen Markt ermöglichen. Mit ihnen hat man einen Vorteil im Trading am Rohstoffmarkt.

COT-Analyse vom 12. Juni:

Der Goldpreis stieg zur Vorwoche um 234 $ an, während die Spekulanten in der gleichen Zeit mit 5 Tsd. Kontrakten Short gingen. Das ist nicht viel. Dementsprechend hat sich der absolute COT-Index auch nur um 2 Punkte auf 55 Punkte verbessert. Da das Open Interest jedoch anstieg, verbesserte sich immerhin der COT-Index zum Open Interest adjustiert von 0 auf 7 Punkte.

Nichtsdestotrotz befinden sich die Terminmarktdaten mit einem COT-Index von nur 7 Punkten zum Open Interest adjustiert weiterhin im Verkaufsbereich. Das Sentiment ist immer noch extrem bullish und bislang ist kein Zeichen von Kapitulation am Goldmarkt in dieser Korrektur zu erkennen.

Es gibt demnach weiterhin erhebliches Long-Drop-Potenzial, sobald Meldungen aufkommen, die bärisch für den Goldmarkt sein könnten. Entscheidend in dieser Woche ist die Fed-Sitzung am Mittwochabend. Zeigt sich die Fed hier hawkish, droht ein weiterer Long-Drop. Stop-Loss-Orders auf der Unterseite sind bei diesen Daten sehr wichtig. Nach den COT-Daten ist das Risiko für Preisrückgänge aktuell weiterhin sehr hoch.

Der Terminmarkt zeigt – das Sentiment ist immer noch sehr bullisch
Die BIG4 halten eine relativ geringe Short-Position, was neutral zu werten ist

Pull Back und Test des gebrochenen Aufwärtstrends

Über Wochen hatte sich der Goldpreis zunehmend eingekeilt zwischen einem Aufwärtstrend, der bei rund 4.400 $ verlief und einem Abwärtstrend bei rund 4.800 $. Zuletzt schrieb ich: „Ein Ausbruch darüber würde ein bullisches Kaufsignal liefern wogegen ein Bruch des Aufwärtstrends, gemeinsam mit der Dreifachunterstützung, einen stärkeren Abverkauf nach sich ziehen sollte, der sich über mehrere Wochen oder sogar Monate erstrecken könnte. Die nächste bedeutende Unterstützungszone läge dann erst im Bereich zwischen 3.400 $ und 3.600 $ je Feinunze.“

Im Moment spricht die kurzfristige Marktstruktur jedoch eher für die Bären, weshalb Vorsicht angebracht bleibt. Gleichzeitig eröffnet die aktuelle Situation spekulativ orientierten Tradern womöglich eine interessante Chance auf der Short-Seite, um von einem möglichen Bruch des Aufwärtstrends zu profitieren.“

Der Aufwärtstrend wurde mittlerweile gebrochen, während die Terminmarktdaten weiterhin eine deutliche Schwäche und ein Überangebot am Goldmarkt zeigen. Ein unterliegendes Defizit ist aktuell nicht erkennbar. Der Goldpreis fiel in der vergangenen Woche im Tief auf fast 4.000 $. Lediglich der Iran-Deal verstärkte anschließend eine technische Gegenbewegung, die ohnehin zu erwarten war und im Zielbereich von 4.350$ bis 4.400$ mustergültig ihr Ende fand.

Auch ohne diesen geopolitischen Impuls hatte der Goldpreis das Potenzial gehabt, im Rahmen einer technischen Erholung bis in den Bereich um 4.400 $ anzusteigen. Mit einem Hoch bei 4.370 $ wurde diese Zielzone bereits nahezu abgearbeitet. Damit rückt nun die heutige Fed-Sitzung mit der anschließenden Pressekonferenz des Offenmarktausschusses in den Fokus. Sie dürfte maßgeblich darüber entscheiden, wie sich der Goldpreis in dieser und der kommenden Woche weiterentwickeln wird.

Zeigt sich Kevin Warsh neutral bis hawkish, dürfte der Goldpreis im Bereich um 4.400 $ erneut unter Druck geraten und in Richtung der nächsten Unterstützungszone zwischen 3.400 $ und 3.600 $ fallen. Sollte Warsh hingegen überraschend dovish auftreten, wäre eine Erleichterungsrallye bis in den Bereich um 4.500 $ möglich. Um das angeschlagene charttechnische Bild wieder zu verbessern, müsste der Goldpreis jedoch zunächst in den ehemaligen Aufwärtstrend zurückkehren und anschließend auch den Abwärtstrend überwinden.

Der Iran-Deal ist zwar kurzfristig ein stützender Faktor, doch das übrige Umfeld bleibt für die Edelmetalle weiterhin belastend. Der wichtigste Einflussfaktor für die kommenden Monate bleibt die US-Geldpolitik. Sollte Warsh hawkish bleiben und eine Bilanzreduktion signalisieren, wäre mit anhaltender Schwäche am Goldmarkt zu rechnen. Ein Abverkauf würde später wiederum die Grundlage für eine attraktive antizyklische Kaufchance schaffen.

Der Goldpreis in US-Dollar stand vergangene Woche kurz davor, seinen Aufwärtstrend zu brechen

Wir haben die Hoch- und Tiefpunkte am Goldmarkt in diesem Jahr nahezu punktgenau identifiziert und gemeinsam mit unseren Premium-Abonnenten erfolgreich gehandelt. Ein Teil dieser Analysen wurde auch kostenfrei veröffentlicht, sodass selbst Nicht-Abonnenten davon profitieren konnten. Wenn Sie sich für wöchentliche Chartanalysen, faktenbasierten Research und akkurate Prognosen für den Edelmetallmarkt interessieren, registrieren Sie sich kostenfrei auf www.blaschzokresearch.de oder sichern Sie sich direkt das Premium-Abo, um künftig keine wichtigen Chancen und Signale am Edelmetallmarkt mehr zu verpassen.

 

Goldpreis in Euro – der langfristige Aufwärtstrend wurde getestet

Zuletzt schrieb ich:

„Derzeit testet Gold in Euro seine 200-Tage-Linie an einer wichtigen Kreuzunterstützung. Sollte diese Unterstützung brechen, dürfte zunächst der mittelfristige Aufwärtstrend im Bereich um 3.400 € je Feinunze angelaufen werden. Hält auch diese Unterstützung nicht stand, wäre die nächste bedeutende Zielzone im Bereich zwischen 3.000 € und 3.100 € zu finden. Aktuell erscheint jedoch das bärische Szenario als das Wahrscheinlichere.“

Zum Zeitpunkt der letzten Analyse notierte der Goldpreis in Euro bei 4.839 € je Feinunze. Wie erwartet zeigte sich anschließend Schwäche und der Goldpreis durchbrach sowohl seine Kreuzunterstützung als auch die 200-Tage-Linie. Daraufhin folgte der erwartete Abverkauf bis in den Bereich um 3.500 € je Feinunze, nachdem Hoffnungen auf einen Iran-Deal infolge eines Trump-Posts den Rückgang vorzeitig stoppten. Die zuvor definierte Zielzone bei 3.400 € bis 3.500 € wurde damit dennoch nahezu vollständig erreicht und abgearbeitet.

Im Chart ist nun gut zu erkennen, dass der langfristige Aufwärtstrend erfolgreich getestet wurde. Bereits im Bereich um 4.100 € je Feinunze hatten wir auf diese Zielzone hingewiesen und den Bereich zwischen 3.400 € und 3.500 € als wahrscheinliches Korrekturziel identifiziert.

Aktuell greifen die Bullen auf diesem Niveau weiterhin zu, doch der Bruch der 200-Tage-Linie bleibt ein klares bärisches Signal. Gleichzeitig hat sich das fundamentale Umfeld bislang nicht nachhaltig verbessert. Die schwachen Terminmarktdaten sowie die aktuell geringe physische Nachfrage bleiben zusätzliche Belastungsfaktoren für den Goldpreis.

Sollte der langfristige Aufwärtstrend bei Gold in Euro brechen, läge die nächste bedeutende Unterstützungszone erst im Bereich zwischen 2.900 € und 3.000 € je Feinunze. Die heutige Fed-Sitzung dürfte dabei maßgeblich mitentscheiden, in welche Richtung sich der Markt entwickeln wird.

Zum aktuellen Zeitpunkt sollte man sich weiterhin auf einen erneuten Test des Aufwärtstrends im Bereich um 3.400 € einstellen und auch die Möglichkeit eines nachhaltigen Bruchs dieser Unterstützung auf dem Radar behalten.

Der langfristige Aufwärtstrend könnte noch ein weiteres Mal getestet werden

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