Gold startet ins Jahr mit Rallye auf 1.920$ - Analyse zu Gold

17.01.2023 12:48 von Markus Blaschzok

Nachdem der Goldpreis das alte Jahr mit einem Preissprung auf 1.823$ (1.704€) beendet hatte, startete das neue Jahr 2023 mit einer weiteren Rallye. Der Handel schloss am Freitag bei 1.920$, was einem Plus von fast 100$ binnen der ersten zwei Handelswochen entspricht. Seit Anfang November stieg der Goldpreis um beeindruckende 300$ (+18,5%) an. Gerade als die Stimmung am Goldmarkt Ende Oktober ein mehrjähriges Tief erreicht hatte und viele Investoren entnervt das Handtuch warfen, setzte die neue Rallye ein. 

Der Goldmarkt war im Oktober stark überverkauft, wie die Daten der US-Terminmarktaufsicht belegen. Das Gummiband war sozusagen gespannt und konnte jederzeit zurückschnellen. Der starke Einbruch des US-Dollars ab Anfang November erzwang sofort Shorteindeckungen am Goldmarkt, was das Rezept für einen starken Preisanstieg war. Hintergrund des Einbruchs beim US-Dollar war das überraschende Einknicken der Bank of England im Oktober, was den Bluff der Notenbanken offenlegte. Von nun an wettete der Markt darauf, dass die US-Notenbank ebenso einknicken würde und das Ende des Zinsanhebungszyklus in den USA nah sei und sogar neue Leitzinssenkungen im neuen Markt möglich wären. 

Im Marktkommentar vom 3. Oktober 2022 schrieb ich: 

„Andrew Bailey, der Gouverneur der Bank of England, war noch unmittelbar vor seinem Einknicken ultra hawkish, ebenso wie es FED-Chef Powell noch ist. Nach dem historischen Einbruch des Pfunds Sterling auf nahe der Parität zum US-Dollar, schrieb ich vergangenen Montag bereits, dass ein Eingreifen der Notenbanken unmittelbar bevorstünde. Auch der Goldpreis reagierte mit einer prompten Trendumkehr und stieg von 1.616 $ auf 1.664 $ in einem Short-Squeeze an, nachdem BOE-Governor Andrew Bailey eingeknickt war.

Es ist daher logisch, dass die Märkte nun auch das Einknicken der US-Notenbank eskomptieren und die Preise der Edelmetalle nach oben schießen in Erwartung weiterer Inflation, während der USD-Index einbricht. Der Anstieg des Cable (GBP/USD) auf 1,14 $ und des Euro (EUR/USD) auf 0,99 $ seit letzter Woche ist daher keine Stärke dieser Fiat-Währungen, sondern der neuen Schwäche des US-Dollars geschuldet. 

Wir sehen hier wahrscheinlich die große Trendwende für den USD-Index, sowie vorerst das Ende der Leitzinsanhebungen und somit wahrscheinlich auch die große Trendwende am Edelmetallmarkt. Ich habe mit meinen Lesern lange darauf gewartet und konnte daher meinen Premium-Abonnenten in der letzten Woche ein Kaufsignal für die Edelmetalle geben.“

Da diese Rallye primär durch den Einbruch des US-Dollars getrieben wurde, der sich noch immer im freien Fall befindet, ist es wahrscheinlich, dass dieser bullische Impuls am Goldmarkt mit einer Erholung des US-Dollars auch vorerst wieder enden wird. Der USD-Index fiel von 113 Punkte Anfang November auf aktuell 102, was angesichts der schwächeren europäischen Wirtschaft und einer EZB, der die Hände gebunden sind, wenn sie den Anstieg südeuropäischer Zinsen nicht zulassen will, womöglich nicht nachhaltig ist. 

Diametral gegensätzlich stieg der Euro von 0,97$ im November auf mittlerweile 1,085$ an. Der Terminmarkt zeigt, dass die Rallye beim Euro nicht nur durch Shorteindeckungen, sondern auch starke Spekulation getrieben wurde, was Potenzial für einen Long-Drop lässt, was wiederum zu einer schnellen Erholung des US-Dollars führen kann, wenn es einen exogenen Faktor gibt, der diese Entwicklung anstößt.

Silberpreis pausiert nach Preissprung

Der Silberpreis konnte im neuen Jahr hingegen nicht glänzen und trat stattdessen auf der Stelle um die Marke von 24$. Berücksichtigt man, dass der Silberpreis im Oktober noch bei 18$ handelte und bis Jahresende um 35% angestiegen war, verwundert die aktuelle Pause nicht. Bei 18$ bot sich eine einmalige Chance, um Silber noch einmal günstig kaufen zu können, weshalb ich stets empfahl bei 18$ wieder auf die Käuferseite zu wechseln, nachdem ich in der ersten Jahreshälfte 2022 bärisch gewesen bin.

Anders als am Goldmarkt, wo der Terminmarkt noch immer neutral ist und es grundsätzlich noch viel Luft nach oben gibt, sind bereits viele Spekulanten Long positioniert am Silbermarkt. Mit einem COT-Index zum Open Interest von nur noch 25 Punkten, kann eine Korrektur jederzeit eintreten und diese sogar stark ausfallen. Mit einer Erholung beim US-Dollar könnte es daher beim Silber auch zu einer stärkeren Korrektur kommen. Positiv hingegen ist, dass auch noch etwas Luft bei Silber nach oben vorhanden ist seitens des Terminmarktes, sofern der Goldpreis weiter ansteigen kann.

Kurzfristig hat sich der Silberpreis um die Marke von 24$ eingekeilt. Je nachdem wie sich der Goldpreis nun entwickelt, ob er korrigiert oder weiter haussiert, wird der Silberpreis auch nach oben oder unten aus seiner Formation ausbrechen und damit die Richtung für die nächsten Wochen vorgeben. Kurzfristig scheint die Wahrscheinlichkeit für eine Korrektur höher zu sein als für einen weiteren Preisanstieg. Sollte der Silberpreis ohne exogene Faktoren dennoch nach oben ausbrechen und weiter ansteigen, so sollte man am starken Widerstand bei 28$ alle Gewinne auf kurz- bis mittelfristige Sicht mitnehmen.

Goldminenaktien gehen durch die Decke

Der Goldpreis stieg in den letzten beiden Monaten so schnell an, dass viele Marktteilnehmer dies nicht wahrgenommen haben. Der HUI-Goldminenindex sprang in der gleichen Zeit von 180 auf 260 Punkte, was einem Plus von 45% entspricht. Der Test des langfristigen Aufwärtstrends bei 180 im letzten Sommer bot eine einzigartige Chance auf günstige Kaufkurse vor dem Start eines neuen Bullenmarktes, weshalb ich hier unablässig zum Kauf geraten hatte.

Im Gegenteil erwarte ich, nach einer Pause im aktuellen Anstieg, in diesem Jahr die Fortsetzung dieser Rallye bei den Minenaktien. Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte, wenn die Märkte verstehen, dass eine Manipulation des Zinsmarktes nicht ohne neues Drucken von Geld aus dem Nichts möglich sein wird, sollte es zu einer schnellen Neubewertung des Goldpreises und insbesondere der Minenaktien kommen. Wie man am folgenden Chart sieht, sind die Minenaktien im Vergleich zum aktuellen Goldpreis deutlich unterbewertet und trotz des Kursanstiegs noch immer sehr günstig.

Die Minen sind zum aktuellen Goldpreis noch immer viel zu günstig und es gibt Aufholpotenzial

US-Inflationsrate bei 6,5% - Markt erwartet Zinssenkungen

Trotz einer immer noch hohen Inflationsrate in den USA von 6,5% im Dezember, die in der letzten Woche oberhalb der Flüsterschätzung des Marktes lag, fiel die Erwartung für eine Leitzinsanhebung der US-Notenbank im Februar deutlich, worauf die Anleihen, Aktien und Gold weiter ansteigen konnten. Der Markt rechnet aktuell mit einer Wahrscheinlichkeit von 93% mit einer Zinsanhebung von nur noch 25 Basispunkten im Februar, sowie noch einmal im März. Dies hatte die Dollarschwäche zuletzt noch einmal verstärkt, insbesondere da nun sogar Zinssenkungen in diesem Jahr eingepreist werden. Der Markt glaubt, die Inflation sei unter Kontrolle, was angesichts der Verdoppelung der US-Geldmenge äußerst unwahrscheinlich ist. Im Gegenteil dürfte sie für längere Zeit hoch bleiben und angesichts dessen, dass die Leitzinsen eigentlich 4% oberhalb der Inflationsrate liegen sollten, dürfte der FED kein oder wenig Spielraum bleiben, um die Zinsen erneut zu senken.

Der Leitzins nähert sich langsam der Inflationsrate an, doch sollte dieser deutlich oberhalb der Inflationsrate liegen

Abgesehen davon würde eine erneute Zinssenkung keine positiven Effekte auf die Wirtschaft haben (Was sie nie hatten), da einerseits die vom Markt geforderten höheren Zinsen auf der hohen Inflationsrate beruhen, die durch die Ausweitung der Basisgeldmenge entstand und nicht durch einen Anstieg der Zinsen aufgrund von Kreditausfällen. Andererseits wurden die Fehlallokationen noch nicht bereinigt, sodass mehr Geld, dass man in die Wirtschaft wirft, kein weiteres Wirtschaftswachstum nach sich ziehen kann, sondern die Stagnation und letztlich die Rezession nur noch verschlimmern würde.

Die Märkte glauben, es könnte alles so weitergehen, wie in den letzten 40 Jahren, als durch sukzessive Zinssenkungen immer neue künstliche Konjunkturaufschwünge herbeigezaubert wurden, ohne dass dabei Inflation entstand. Einmal bei Nullzinsen angekommen, kann dieser Prozess des Schuldenaufbaus nicht mehr fortgesetzt werden und die Illusion keynesianisch sozialistischer Geldpolitik und Wirtschaftssteuerung findet ihr trauriges Ende in einer großen Depression, die sich nicht weiter hinausschieben lässt.

Deshalb prognostizierte ich bereits in 2019 in vielen Artikeln, Interviews und Webinaren, dass wir ab 2020 ein Jahrzehnt der Stagflation durchleben werden, in dem wir nun mitten drinnen stecken und das uns noch viele Jahre mit weiteren Inflationsspitzen begleiten wird. Der Fall für Gold ist klar – weiter akkumulieren, um Vermögen vor der Enteignung durch die Inflationssteuer zu schützen und darüber hinaus zusätzlich ein Vermögen machen zu können.

Inflation höher als die Politik zugibt

Die Inflation in den USA und Europa ist in Wahrheit viel höher als die von den staatlichen Statistikämtern berechneten Warenkörbe, die diese systematisch zu niedrig ausweisen. Die US-Konsumentenpreise stiegen im Dezember offiziell nur um 6,5% an, weshalb viele Investoren glauben, die Inflation sei unter Kontrolle, Zinsen könnten wieder sinken und Aktienmärkte erneut haussieren. Betrachtet man diesen Konsumentenpreisindex jedoch nach der alten Berechnungsmethode bis 1980, so lag die US-Inflationsrate im Dezember bei 14,5%, ganze 8% oberhalb der neuen Berechnungsmethode.

Die wahre Inflation liegt weit über dem, was die statistischen Ämter veröffentlichen

Die systematische Schönrechnung der Geldentwertung hat Methode, denn je höher die offizielle Inflationsrate ist, desto höher sind auch die Marktzinsen, wodurch die staatliche Schuldenfinanzierung deutlich erschwert oder gar unmöglich wird. Je niedriger die Inflation hingegen ausgewiesen wird, desto niedriger die Zinsen, desto mehr finanziellen Spielraum hat eine Regierung und desto erfolgreicher ist die Enteignung der Bevölkerung über die Inflationssteuer, die sogenannte Finanzielle Repression.

Trotz der harschen Diskrepanz zwischen der wahrgenommenen Preissteigerung in den Supermärkten und der staatlich veröffentlichten Inflationsrate, glauben die Märkte den offiziellen Statistiken und Investoren richten ihre Investitionen danach aus. Die Anleihen- und Aktienmärkte profitieren nominell dadurch und kurzfristig scheint es als würden die Rechnung der Investoren aufgehen, doch am Ende des Tages wird diese Fehleinschätzung reale Verluste bringen. Wer bis Ende der Dekade an Aktien- oder Anleihen festhält, der dürfte feststellen, wie Ende der siebziger Jahre, dass die Kaufkraft dieser Investments im Verhältnis zum Goldpreis stark eingebrochen ist. Gold wird am Ende des Tages immer entsprechend der wahren Inflationsrate im Preis steigen, unabhängig davon, wie sehr die öffentlichen Inflationsraten manipuliert wurden. Nicht umsonst hat der Goldpreis mit einer durchschnittlichen Rendite von 9,1% pro Jahr in den letzten 22 Jahren, die meisten Aktienmärkte, wie den DAX, Dow Jones oder S&P500 outperformt.

Gerade jetzt, da die Inflation und die Zinsen angestiegen sind, hoch bleiben und womöglich in den nächsten Jahren neue Hochs erreichen werden, sind Anleihen- und Aktien keine Alternative, da eine schwere Rezession in den nächsten Jahren unausweichlich ist. Auf der anderen Seite wird der Goldpreis mindestens die Inflation ausgleichen und Goldminenaktien dürften darüber hinaus große reale Gewinne bringen.

Gold brachte Investoren in den letzten 22 Jahren eine durchschnittliche Jahresrendite von 9,1%, mehr als die meisten Aktienmärkte weltweit

Technische Analyse zu Gold: Starke Rallye im neuen Jahr – Gold springt 100$ 

Terminmarkt: COT-Report vom 13.01.2023

Der COT-Report wird immer freitags seitens der US-Terminmarktaufsicht (CFTC) veröffentlicht, wobei der Stichtag der Datenerhebung der Schlusskurs vom Dienstag ist. Die COT-Daten werden also immer mit einer Verzögerung von drei Tagen veröffentlicht. Premium Abonnenten von Blaschzok Research erhielten noch vor Handelsschluss am Freitag ein Blitzupdate mit Analysen zu Gold, Silber und Platin. Die COT-Daten ermöglichen einen Blick in die Zukunft, da sie einerseits ein Sentiment-Indikator sind und andererseits eine gute Einschätzung des Angebots und der Nachfrage am physischen Markt ermöglichen. Mit ihnen hat man einen Vorteil im Trading am Rohstoffmarkt.

Die COT-Daten für Gold fielen in der ersten Handelswoche des neuen Jahres relativ gut aus. Der Preis stieg um 35$, während die Spekulanten 12 Tsd. Kontrakte aufbauten. Das ist nicht schlecht.

Die BIG 4 waren scheinbar noch im Urlaub, denn deren Position blieb unverändert bei 21 Tagen der Weltproduktion und wir sehen weiterhin kein Anzeichen für eine gezielte Manipulation des Goldpreises, was uns überrascht.

Die Chinesen, die seit Anfang November 100 Tonnen Gold gekauft hatten, sowie gleichzeitig eine Abwesenheit der Hedger, die sich im Urlaub befanden, waren womöglich für den Preisanstieg im neuen Jahr verantwortlich, da die Spekulanten unterproportional beteiligt waren. Ich hatte erwartet einen Short-Squeeze in den COT-Daten zu sehen, doch zeigte sich das bis dato nicht. Mit einem COT-Index von 50 zum Open Interest ist noch Luft nach oben vorhanden, nach einer kurzen Korrektur. Eine Kaufpanik und ein bullisches Sentiment sehen wir, trotz des Preisanstiegs um 300$, bisher nicht. Swing Trader bei den Goldminenaktien können daher an ihren Positionen festhalten, da sie in diesem Jahr noch weiter ansteigen sollten und das Risiko zu hoch ist, dass einem die Kurse davonlaufen.

Obwohl der Goldpreis schon deutlich anstieg, ist der Markt noch nicht überkauft
Die mutmaßliche Manipulation am Goldmarkt ist immer noch relativ gering – der Preisanstieg dürfte sich in diesem Jahr fortsetzen

Anfang November crashte der US-Dollar worauf der Goldpreis diametral gegensätzlich um 170$ bis an den Widerstand bei 1.800$ explodierte. Nach über einem Monat der Konsolidierung konnten die Goldbullen diesen Widerstand durchbrechen, nachdem der US-Dollar erneut stark einbrach.

In der letzten Analyse vor Weihnachten schrieb ich:

„Es wäre seitens der COT-Daten noch weiteres Potenzial nach oben vorhanden, das freigesetzt werden könnte, wenn der Widerstand bei 1.800$ von den Bullen nachhaltig zurückerobert wird.

Kurzfristig besteht also die Gefahr, dass sich die Konsolidierung des starken Preisanstiegs in einer Handelsspanne zwischen 1.735$ auf der Unterseite und 1.800$ auf der Oberseite fortsetzen wird, wenn der USDX eine Erholung startet.

Da der Terminmarkt jedoch Stärke zeigte in den letzten Wochen, muss man einen möglichen Ausbruch über 1.800$ weiter auf dem Spielplan haben. Bricht der Goldpreis darüber aus, so würde dies ein Kausignal mit einem Ziel bei ca. 1.900$ erzeugen.“

Das Ziel bei 1.900$ wurde mittlerweile überschritten, nachdem der USD-Index auf 102 Punkte fiel. Der Einbruch des US-Dollars wird eher früher als später erst einmal sein Ende finden und eine Gegenbewegung starten, worauf es auch zu einer Korrektur oder Konsolidierung des Goldpreises kommen sollte. Gold ist charttechnisch aktuell noch immer Long, doch Silber kam in den letzten Wochen nicht mehr vom Fleck und auch Platin schwächelt bereits, was erste Warnzeichen sind.

Nach dem Ausbruch über 1.800$ kam es zu einem Short-Squeeze und einer weiteren Rallye um 100$

Zuletzt schrieb ich:

„Nachdem der Goldpreis über 1.680$ ansteigen und in die alte Handelsspanne zurücksprang, dürften wir das Tief der zweijährigen Korrektur bei 1.616$ gesehen haben. Der nächste signifikante Widerstand liegt erst bei 1.980$, wo man mindestens kurzzeitig Gewinne erst einmal einstreichen und eine Korrektur abwarten sollte.“

Im Tageschart sieht man einerseits, dass die Rallye durch den schwachen Dollar getrieben wurde, durch die grün hinterlegte Entwicklung des Euro im Chart. Andererseits ist die Dynamik überraschend stark und wäre ohne den Einbruch des US-Dollar so nicht möglich gewesen. Normalerweise kommt es an einem Tief zu einer allmählichen Trendwende, doch diesmal sahen wir einen sprunghaften Preisanstieg von einem schlechten Sentiment aus.

Einerseits ist der schwache Dollar eine Erklärung dafür, doch auch die Goldkäufe der Chinesen, die seit Anfang November 100 Tonnen am offenen Markt kauften. Womöglich hat die Abwesenheit der Hedger, die in den beiden Wochen um Neujahr im Urlaub waren, diese Bewegung noch verschärft. Allein durch den Terminmarkt ist diese Preisbewegung nicht zu erklären und man sieht deutliche physische Käufe. Ähnlich der plötzlichen Preisstärke vor Corona und vor dem Kriegsbeginn in der Ukraine, muss man mögliche Insiderkäufe im Vorfeld eines neuen globalen exogenen Ereignisses in Betracht ziehen, wenn der Goldpreis nicht mehr korrigiert, sondern unter physischen Käufen weiter zulegen kann.

Charttechnisch könnte man nun sagen, dass man bei einem Fall unter 1.900$ beginnt die Longposition zu reduzieren und Gewinne mitzunehmen. Ein Short-Trade ist bei diesen immer noch neutralen COT-Daten zu früh und zu gefährlich, weshalb man nach einer Korrektur wieder auf die Käuferseite wechseln sollte, womöglich im Bereich um die 1.800$. Noch hält sich der Goldpreis jedoch stark und sollte ihm ein Anstieg auf fast 2.000$ gelingen, dann dürfte er auch Silber und Platin zu einem finalen Sprung animieren.

Nach der Rückeroberung der alten Unterstützung bei 1.680$ stieg der Goldpreis auf 1.920$ an

Zuletzt schrieb ich:

„Der Goldpreis in Euro handelt in der gleichen Handelsspanne, wie noch im August des Jahres. Hier zeigt sich deutlich, dass einerseits die Dollarschwäche für den Goldpreisanstieg in US-Dollar verantwortlich war und andererseits eine kurzzeitige Eurostärke den Goldpreis in Euro gedrückt hatte. In Euro hat keine Rallye des Goldpreises stattgefunden.
Der Goldpreis in Euro keilt sich zunehmend zwischen 1.655€ auf der Unterseite und 1.730€ auf der Oberseite ein. Ein Ausbruch nach oben oder unten bringt ein Kauf- oder Verkaufssignal auf Sicht der nächsten Wochen. Daytrader kaufen die Unterseite der Handelsspanne und verkaufen die Oberseite. Kurzfristig halten sich die bullischen und bärischen Argumente die Waage, doch im kommenden Jahr wird es einen nachhaltigen Ausbruch über diese Handelsspanne geben. Ob der Goldpreis zuvor noch einmal abtauchen muss, bleibt abzuwarten.“

Der Ausbruch kam dann doch sehr schnell und ich unterstrich im letzten Jahr nochmals gegenüber meinen Premium-Abonnenten, dass man bei einem bullischen Ausbruch zwingend Long gehen müsse, da ein nachhaltiger Preissprung um weitere 150€ folgen könnte. Solange der Goldpreis in Euro oberhalb von 1.725€ je Feinunze handelt, sollte man Long bleiben. Gibt es eine Trendwende beim Dollar, dann könnte der Goldpreis in Euro das aktuelle Niveau halten oder sogar davon profitieren und weiter ansteigen. Man bleibt daher Long und platziert bei 1.725€ einen Stop-Loss.

Der Goldpreis in Euro brach nach oben aus und ist nun Long, solange der Goldpreis nicht zurück unter 1.725€ fällt

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